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EU erhöht Forschungsfördergelder - eine Chance für Österreich

Die vor einigen Tagen in Brüssel beschlossene EU-Förderung für Forschung beläuft sich im Jahre 2011 auf 6,4 Milliarden Euro, was eine enorme Aufstockung des Budgets in diesem Bereich beedeutet.

Empfänger der Zuschüsse sind Forschungseinrichtungen und Universitäten, aber vor allem Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU's) sollen gefördert werden. Dies passiert laut EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn erstmals mittels einer Quote. In den Bereichen Gesundheit, Bio-Wirtschaft, Umwelt und Nanotechnologien gehen 35 Prozent des Geldes an Klein- und Mittelbetriebe.1

Die Tatsache, dass die EU vermehrt Forschung und Wissenschaft und insbesondere KMU's fördert ist, vor allem in Anbetracht der Kürzungen nationaler Förderprogramme vieler EU-Mitgliedsstaaten, ein richtiger und wichtiger Schritt.

Auch Österreich profitiert von den EU-Fördergeldern für Forschung und Wissenschaft schon jetzt: Laut WKO gibt es "mit Stand Ende Mai 2010 (...) 13070 erfolgreiche Projektbeteiligungen (Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen). Die bewilligten Mittel ergeben Rückflüsse nach Österreich von bisher 423 Mio. Euro (...)".2

Es freut mich zu sehen, dass die EU nun endlich die Forderungen der Liberalen nach mehr Investition in Innovation erhört und umgesetzt hat und besonderen Fokus auf die Förderung von Klein- und mittelständischen Unternehmen legt. Weiter so!

  1. http://oe1.orf.at/artikel/249577 

  2. http://www.live-pr.com/wk-214-hochhauser-aufstockung-der-r1048519458.htm 

2 comments

Gast wrote 6 Wochen 6 Tage ago

Diese Betrachtung scheint mir zu unkritisch.....

Aus meiner Sicht ist die Ausweitung der Subventionen durchaus kritisch zu betrachten. Trotz der Anmerkung, dass KMUs besonders gefördert werden sollen, wird dies offensichtlich nicht geplant. Insgesamt ist für KMUs (in Ö 99,6% aller Unternehmen) nur 12,5% der Subventionen vorgesehen.
Es wird also weiter massiv Protektion betrieben, das kann doch unmöglich im Sinne der Liberalen sein. Mein kompletter Artikel dazu findet sich unter:

http://denkanstoesse.twoday.net/stories/forschung-und-entwicklung-auf-ko...

m.klammler wrote 6 Wochen 5 Tage ago

Re: Diese Bewertung scheint mir zu unkritisch

Ihren Blog zu diesem Thema habe ich sehr interessant gefunden. Ich bin der Meinung, dass man kaum eindeutig definieren kann, wo die Grenze zwischen der gesellschaftlichen Aufgabe, Wissenschaft zu betreiben, und der wirtschaftlichen Forschungstätigkeit von Unternehmen zu ziehen sei.

Insbesondere durch Kooperationen zwischen staatlichen Forschungseinrichtungen und der Privatwirtschaft konnten in der Vergangenheit beide Seiten stark profitieren. Man kann Förderungen für die private Forschung so sehen, dass der Staat einen Teil der Unternehmenskosten übernimmt. Eine andere und ebenfalls legitime Sichtweise ist die, dass die Wirtschaft den staatlichen Einrichtungen einen Teil der Arbeit abnimmt, so dass diesen mehr Kapazitäten für grundlagenorientiertere Forschungen bleiben.

Ich habe mir keine konkreten Zahlen zu diesem Anlass beschafft, aber wenn ich die ORF Quelle zitiere, sind in einigen Bereichen immerhin 35% für KMUs reserviert. Angesichts deren Beitrag zur Gesamtbruttowertschöpfung von fast 60% [1] gebe ich Ihnen Recht, dass dieser Anteil zu niedrig angesetzt ist. Da der Wert für die gesamte EU zu gelten scheint, muss man das jedoch relativieren, da die Bedeutung der KMUs in Österreich überdurchschnittlich hoch liegt. Für Österreichs Mittelstand ist das natürlich ein schwacher Trost. Der Vergleich mit der Anzahl der Unternehmen scheint mir dagegen wenig aussagekräftig zu sein.

Natürlich haben Sie Recht, wenn Sie Forschungsförderungen als „Subventionen” bezeichnen. Es scheinen mir (vom Kunstbereich einmal abgesehen) aber die sinnvollsten aller Subventionen zu sein und ich freue mich insbesondere in Zeiten allgegenwärtiger Sparzwänge, dass hier ausreichend Geld für eine zukunftsorientierte Gestaltung der Wirtschaft aufgebracht wurde. Und nicht zuletzt ist auch die großzügigste Forschungsförderung keine Einladung zur Misswirtschaft. Denn anders als bei anderen Subventionen wird ja nur gezielt eine bestimmte Forschungstätigkeit gefördert. Taugt das übrige Geschäftsmodell nichts, wird die Firma scheitern, wie sie es auch ohne Forschung getan hätte.

[1] Statistik der Statistik Austria aus dem Jahr 2007. Zitiert in Wikipedia. — PDF-Dokument